· 

Diskussion und Buchpräsentation: Die Zittauer und ihre Kirchen (1300–1600)

 

Diskussion und Buchpräsentation: Die Zittauer und ihre Kirchen (1300–1600). Zum Wandel religiöser Stiftungen während der Reformation 

 

Am Mittwoch, den 18.5., 17 Uhr diskutieren der Autor des Werks Dr. Petr Hrachovec, Prof. Dr. Joachim Schneider vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Museumsdirektor Dr. Peter Knüvener, Historiker Cornelius Stempel, sowie die Zittauer Kenner Kersten Kühne und Helmut Hegewald in der Zittauer Klosterkirche zu diesem Thema. 

 

2020 erschien das 920 Seiten starke Werk des Autors Petr Hrachovec zum Verhältnis der Stadt Zittau und ihrer Kirchen vom Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Am Beispiel der Stadt Zittau können dabei unter anderem durch die detaillierte Auswertung der Kirchenrechnungen Kontinuitäten und Brüche vor allem im religiösen Stiftungswesen aufgezeigt werden. Seit den 1520er Jahren standen sich in Zittau der nun evangelisch gewordene Stadtrat und der am alten Glauben festhaltende König von Böhmen als Stadtherr gegenüber. In der langwierigen Auseinandersetzung um die Verfügung über die Stiftungen konnte sich der Rat fast vollständig gegen das habsburgische Königtum durchsetzen. 

Die kirchliche Hoheit des lutherischen Rates und das Erlöschen der Konvente unter anderem der Franziskaner und der Johanniter bedeuteten allerdings keineswegs das Ende aller altgläubigen Praktiken im Zusammenhang mit den Stiftungen. So lassen sich zahlreiche Kontinuitäten in der Liturgie und in der Frömmigkeitspraxis vom Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit nachweisen.  

 

Die vorliegende Studie bietet nicht nur die erste umfassende Darstellung der kirchlichen Verhältnisse in Zittau im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, sondern liefert vielmehr auch einen wichtigen Baustein für weitere Forschungen zur Verfügungsgewalt über die kirchlichen Stiftungen im Spannungsfeld von Landesherrschaft und städtischer Gesellschaft. 

 

Für das Verständnis der Geschichte der Stadt Zittau und der südlichen Oberlausitz ist das Buch von fundamentaler Bedeutung. Erstmals wurden in großem Stil Schriftquellen aus tschechischen Archiven ausgewertet. 

 

 Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

 

Quelle: Städtische Museen Zittau