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Sachsen sucht Landwirte

Foto: Mario Heinke
Foto: Mario Heinke

Landwirtschaftszählung 2020: Hofnachfolge in Sachsens Landwirtschaft häufig ungeklärt

 

Im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2020 wurde bei Einzelunternehmen, deren Inhaber zum Zeitpunkt der Befragung 55 Jahre oder älter war, die Frage nach der Weiterführung des Hofes gestellt. In Sachsen zählte fast die Hälfte (2 433 bzw. 47 Prozent) der Betriebsinhaber von Einzelunternehmen zu dieser befragten Altersgruppe. Nur gut jeder Dritte dieser Landwirte gab an, bereits einen Hofnachfolger gefunden zu haben. Für 37 Prozent war die Hofnachfolge noch unsicher und bei 32 Prozent war die Hofübernahme noch völlig offen.

 

Deutliche Unterschiede bestanden dabei zwischen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben. 39 Prozent der befragten Betriebsinhaber von Haupterwerbsbetrieben konnten einen Hofnachfolger angeben. In Betrieben im Nebenerwerb waren es hingegen nur 26 Prozent.

 

80 Prozent der Personen, die den Hof voraussichtlich einmal übernehmen werden, sind männlichen Geschlechts. Nach Altersgruppen betrachtet überwiegen Hofnachfolger, die selbst bereits 35 Jahre oder älter sind (45 Prozent), 41 Prozent sind zwischen 25 und 34 Jahre alt und nur 14 Prozent jünger als 25 Jahre.

 

Um für Jüngere bis einschließlich 40 Jahre einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, einen Hof zu übernehmen oder neu zu gründen, gibt es seit 2015 neben anderen Fördermöglichkeiten die sogenannte Junglandwirteprämie. Mit ihr können junge Landwirte und Landwirtinnen bis zu fünf Jahre lang von der Europäischen Union unterstützt werden. In Sachsen kam im Zeitraum 2018 bis 2020 diese Förderung 821 Betrieben zugute.

 

Quelle: Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen