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Drastischer Anstieg von Verbraucherinsolvenzen 2021 in Sachsen

Foto: pixabay.com
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Im ersten Halbjahr 2021 wurden 2.098 Insolvenzverfahren für Verbraucher in Sachsen gemeldet. Damit erhöhte sich die Zahl der Verfahren um 62,1 Prozent (804 Verfahren) gegenüber dem Vorjahreszeitraum, meldet das Statistische Landesamt Sachsen. Die Eröffnungsquote lag bei fast 100 Prozent.

 

Außer den Verfahren für Verbraucher gehörten zu den 2.961 Insolvenzen der übrigen Schuldner, wie natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals Selbstständige und 463 Verfahren für Nachlässe und Gesamtgutangelegenheiten. Das entspricht einem Anstieg von 46,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020.

 

Die meisten Verfahren wurden im Landkreis Zwickau (273), die wenigsten im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (93) registriert. Die von den Gläubigern angemeldeten Forderungen gegenüber den übrigen Schuldnern betrugen 168,3 Millionen Euro, durchschnittlich 56.850 Euro je Verfahren. Die Forderungshöhe sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent bzw. 5,5 Millionen Euro.

 

Diese Zahlen sind vor dem Hintergrund des Gesetzes zur weiteren Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens zu sehen, das mit Wirkung vom 1. Oktober 2020 in Kraft getreten ist. Mit diesem Gesetz wird überschuldeten Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern ein schnellerer Neuanfang ermöglicht. Die Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens auf drei Jahre statt wie bisher im Regelfall sechs Jahre sorgt dafür, dass Betroffene schneller wieder aktiv am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können.