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IHK Dresden kritisiert Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz am 22. März

 

„Die verkündete Verlängerung des Lockdowns bis Mitte April ist bitter, da Bund und Länder durchaus Hoffnung auf weitere Lockerungen in Richtung Ostern geweckt hatten. Angesichts der jüngsten Entwicklung der Infektionszahlen war eine Verlängerung aber fast schon erwartbar. Nun wird zum wiederholten Male an den Durchhaltewillen appelliert, und altbekannten Instrumente zur Anwendung gebracht, die eigentlich zur Genüge bewiesen haben sollten, dass sie nicht oder nur bedingt die gewünschte Wirkung zeigen", sagt Dr. Andreas Sperl, Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden zu den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz am 22. März und der Beratung des sächsischen Kabinetts am 23. März.

 

Sperl kritisiert, dass an Stelle einer klaren Strategie überwiegend Irritationen und Verunsicherung erzeugt würden. Kurzfristige Mobilitäts- und Kontaktbeschränkungen, die mit vernünftigen Mitteln nicht beeinflussbar sind, müssen endlich durch klare strategische Ansagen und entsprechende Maßnahmen ersetzt werden, so seine Forderung.

 

Und weiter:  „Die Aussagen zur sogenannten Osterruhe, mit deren Interpretation und konkreten Ausgestaltung sich auch die sächsische Politik noch schwertut, sind mit Auswirkungen auf die verschiedensten Branchen - vom Spediteur bis zur Ernährungswirtschaft - verbunden, für die es keine Antworten gibt. Die gesamte Tourismuswirtschaft mit ihren Hoffnungen auf das Ostergeschäft bleibt am Boden, das Aufstehen wird von Woche zu Woche schwerer.“

 

Der Dresdner IHK-Chef verweist auf viele unbeantwortete Fragen und seiner Meinung nach undurchdachte Maßnahmen, die kurzfristig ankündigt werden, ohne dass ein klares Konzept dahintersteht. Die Pandemie sei noch lange nicht besiegt, alle Schritte sollten mit Bedacht gegangen und insbesondere  das Impftempo durch die umgehende Einbeziehung der Hausärzte massiv beschleunigt werden. Ein permanentes Bemühen, den Alarmierungsgrad und die Angst in der Bevölkerung hochzuhalten, sei der falsche Weg und birgt die Gefahr, in einer Endlosschleife von Restriktionen gefangen zu bleiben. „Viele Maßnahmen haben ihre Untauglichkeit bewiesen. Deshalb müssen wir neue Wege einschlagen, Wege des kontrollierten Ermöglichens, nicht des undifferenzierten Verbietens“, so der Präsident der IHK Dresden.

 

Quelle: IHK Dresden