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Grenzschließung „unverhältnismäßig und geschäftsschädigend“

Foto: Mario Heinke
Foto: Mario Heinke

 

Die derzeit geltenden Einreisebestimmungen an der tschechischen Grenze haben gravierende Auswirkungen auf die Unternehmen im IHK-Bezirk Dresden. Das belegen die Ergebnisse einer Umfrage der Dresdner Kammer, an der sich 113 Unternehmen mit mehr als 12.000 Beschäftigen beteiligten.

 

In Summe beschäftigen die befragten Betriebe knapp eintausend tschechische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut den Ergebnissen der Umfrage lehnt die Mehrheit der Befragten die Grenzschließung für Pendler ab. Während 54 Prozent diese Maßnahme als unverhältnismäßig bewerten, erachten 11 Prozent sie für notwendig.

 

Nur ein knappes Drittel der Unternehmen kann bezüglich seiner tschechischen Mitarbeiter eine Ausnahmegenehmigung, beispielsweise für bescheinigte Systemrelevanz nutzen. Um das Pendeln zu vermeiden, sind trotz der äußerst kurzen Frist zwischen Ankündigung und Grenzschließung bei den Befragten derzeit insgesamt 279 tschechische Grenzpendler auf sächsischer Seite untergebracht. Einem höheren Anteil stehen vielfach familiäre Gründe und eine ungewisse zeitliche Dauer der Grenzschließungen entgegen

 

Äußerst kritisch werden vor allem die kurzfristigen Änderungen der sächsischen Quarantäneverordnung sowie die fehlenden Reaktionsmöglichkeiten und mangelnde Planungssicherheit gesehen. 76 Prozent der Befragten sind direkt von der Grenzschließung betroffen. Davon sind bei 77 Prozent die betrieblichen Abläufe stark beeinträchtigt. Konkret sind das Einschränkungen des Dienstleistungsangebots, Produktionsunterbrechungen, Lieferengpässe, Kosten für die Unterbringung tschechischer Mitarbeiter auf sächsischer Seite, Reduzierung des Schichtbetriebs, Vertragsstrafen, aber auch die Einstellung des Geschäftsbetriebes. Außerdem drohen der Verlust von Kunden, Umsatzeinbußen, hohe organisatorische Aufwände und Kurzarbeit -auch bei deutschen Mitarbeitern.

 

„Bundes-und Landesregierung müssen das derzeitige Grenzregime zu Tschechien unbedingt überprüfen. Ohne verbindliche Aussagen der Politik zur Gültigkeitsdauer der Beschränkungen mangelt es den Unternehmen nicht nur an Planungssicherheit, es werden auch teils irreparable betriebliche Schäden in Kauf genommen“, kommentiert Dr. Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden die Umfrage.

  

Art der Beeinträchtigungen in den betroffenen Unternehmen.

 

Quelle: Pressestelle IHK Dresden