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„Noch kein Cent November-Hilfe angekommen“

 

Mit einer Plane protestiert Kultuhr-Wirt Thorsten Egg-Selonny an der Fleischerbastei gegen die ausbleibende Novemberhilfe. 

 

zittau-online.de sprach mit Thorsten Egg-Selonny, der seit 1997 die „Kultuhr“ zunächst auf der Neustadt und seit 2007 in der Fleischerbastei betreibt, über die Aktion.

 

Herr Egg-Selonny, haben Sie inzwischen Geld vom Staat bekommen?

Von der zugesagten Novemberhilfe habe ich immer noch keinen Cent erhalten. Keiner weiß, warum. Ich habe die Hilfe sofort am 26. November beantragt. Für Dezember ist eine Abschlagszahlung  eingegangen. Das reicht aber hinten und vorne nicht. Bisher habe ich bei 6000 Euro Fixkosten im Monat das Kurzarbeitergeld noch vorfinanziert, das geht jetzt nicht mehr lange.

 

Wenn Sie das Kurzarbeitergeld nicht mehr vorfinanzieren können, werden sie Mitarbeiter entlassen? 

Nein, es wird keine Entlassungen geben, da wird sich sicher ein anderer Weg finden.

 

Wie werden Sie in der Situation von ihrer Hausbank unterstützt?

Es wurde kurzfristig und ohne Prüfung der Dispo erhöht, das hilft schon mal weiter…

 

Sie kritisieren die geplanten Diätenerhöhungen. Landtagsabgeordneter Stephan Meyer (CDU) schreibt bei facebook, dass sie wegen des Problems „nicht an ihn herangetreten seien"?

Das soll wohl nicht heißen, dass man die Hilfen nur bekommt, wenn man sich hilfesuchend an Herrn Meyer wendet? Nein, Stephan Meyer kennt die Probleme, es gab ein Treffen zwischen ihm und Zittauer Gastronomen. Dort hat er selbst bekräftigt, dass er einige Ungereimtheiten bei den Verboten nicht nachvollziehen kann. Wenn er in seiner Funktion nichts tun kann, frage ich mich, wer dann?

 

Wie waren die Reaktionen auf ihre Aktion?

Ich habe viel Zustimmung erfahren, sogar bis von von der Ostsee haben mir Leute geschrieben. Es wurde tausendfach weitergeleitet, obwohl ich das auch nur abgeschrieben hab, es aber es ist passend. Viele Menschen hoffen mit uns, dass es bald wieder los geht.

 

Wie haben Sie die letzten Monate verbracht?

Wir haben die Küche ein wenig renoviert, einige Sachen repariert und etwas Wintersport getrieben und jeden Berg des Gebirges mehrfach erklommen. Es reicht aber jetzt. Es wird höchste Zeit, dass die Gastronomie kurzfristig wieder an den Start gehen kann.    

 

Wann nehmen Sie die Plane wieder ab?

Wenn ich den Wein verschneiden muss. Selbst wenn die sogenannte Novemberhilfe als „Maihilfe“ kommt, ist das Thema Diätenerhöhnung noch immer da. In solchen Zeiten ist schon eine Diskussion über solche Erhöhungen ein Schlag ins Gesicht für jeden dergerade mit Berufsverbot belegt wird oder mit anderen Einschränkungen zu tun hat.

 

Vielen Dank für Ihre Offenheit.

 

Das Interview führte Mario Heinke

 

Homepage der „Kultuhr“ in der Fleischerbastei in Zittau 

 

Foto: Mario Heinke
Foto: Mario Heinke

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