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Was lesen die Oberlausitzer im Lockdown? (6)

In dieser Reihe fragen wir regional bekannte Persönlichkeiten, welches Buch sie im Lockdown gelesen haben und weiter empfehlen.

 

Frank Peuker ist Bürgermeister der Gemeinde Großschönau. Er empfiehlt gleich zwei Bücher. 

 

Seit fast einem Jahr befindet sich unsere Gesellschaft in einem Ausnahmezustand. Anfang 2020 hatten wir keine blasse Vorstellung, was ein Lockdown ist. Nun befinden wir uns seit letztem November bereits im zweiten Lockdown. Ein Ende dieses Zustandes ist nicht absehbar. Das Klima in unserem Land ist gereizt, die Bevölkerung tief gespalten, der Ton wird immer rauer.

 

Ich habe mir die Frage gestellt; ist das erst seit „Corona“ so, oder wo könnten die Ursachen dafür liegen? Auch die Frage, wie mit anderen Meinungen umgegangen wird, mit Menschen, die nicht blind dem Mainstream folgen, die kritisch hinterfragen. Welche Rolle nehmen dabei die Medien ein? Sehr interessante Sichten, Gedankengänge und Antworten habe ich in zwei recht unterschiedlichen Büchern gefunden. Wohltuend empfinde ich, dass in beiden auf die mittlerweile übliche Belehrung, Bevormundung oder gar Moralisierung verzichtet wird.

 

Die hochgeachtete Journalistin, Frau Gabriele Krone-Schmalz, versucht in ihrem neusten Buch „Respekt geht anders - Betrachtungen über unser zerrissenes Land“ Brücken zu bauen und wirbt leidenschaftlich für mehr Streitkultur, ruhiger, gelassener, selbstkritischer – also respektvoll in der Sache zu streiten. Sie schreibt über inszenierte Konflikte, den Empörungsjournalismus, die Aufmerksamkeitshändler und stellt die Frage, wer eigentlich die Kategorisierung in Gut und Schlecht gesellschaftlich verantwortet. Diese sehr lesenswerte Betrachtung wurde 2020 vom Verlag C.H.Beck herausgegeben.

 

Mit einer großen Portion Humor halten uns Monika Gruber & Andreas Hock in ihrem neuen Buch „Und erlöse uns von den Blöden“ (erschienen bei Piper 2020) einen gesellschaftlichen Spiegel vor. Während Herr Hock u.a. der Frage nachgeht „Seit wann Benehmen und Anstand vom Aussterben bedroht sind“ und mit Blick auf die anhaltende Corona-Krise feststellt: „Dass Angst selten ein guter Ratgeber ist“, beschreibt die bekannte bayrische Kabarettistin Monika Gruber mit deftigem, mitunter schwarzem Humor und Selbstironie die Zustände in unserem Land. Aber sie gibt auch Empfehlungen, wie „Sie sich in diesen hysterischen Zeiten Ihre geistige Gesundheit und damit auch Ihr körperliches Wohlbefinden bewahren können“. Ganz vorn steht da zu lesen: „Meiden Sie allzu viele Nachrichten und Talkshow-Formate im deutschen Fernsehen, bestellen Sie Ihre alte, miesepetrige Tageszeitung ab.“ Vielmehr empfiehlt sie die Lektüre von unverfänglichen Magazinen und wunderbarer Literatur. In diesem Sinne kann ich Ihnen beide Bücher – nicht nur zu Lockdown-Zeiten – ans Herz legen. 

 

Übrigens, beide Bücher sind über die „Zittauer Buchkrone“ zu beziehen. Die Online-Bestellung hat hervorragend funktioniert, die Lieferung erfolgte umgehend. Auch das kann ich Ihnen empfehlen!

 

Frank Peuker

 


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