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Neuerscheinung: Das Erbbegräbnis Grätz. Friedhof der Kreuzkirche Zittau

Fotos: René Pech
Fotos: René Pech

 

Ab sofort ist die 28-seitige Broschüre von Dr. Thorsten Pietschmann über das Erbbegräbnis Grätz auf dem Zittauer Kreuzfriedhof im Museum erhältlich.

 

Das Erbbegräbnis des Heinrich Grätz zählt zu den bedeutendsten Leistungen barocker Sepulkralkunst in der Oberlausitz und im Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Sachsen. Der Kunstführer vermittelt einen Überblick über Geschichte, Architektur und künstlerische Ausstattung dieses bedeutenden Bauwerks.

 

Der Grabherr Heinrich Grätz wurde 1671 in Lüneburg geboren und ließ sich 1686 in Zittau nieder, wo er zu den bedeutendsten Kaufleuten aufstieg und 1705 die Sozietät der Zittauer Leinwandhändler mitbegründete. Er errichtete u.a. seinem Sohn 1710-1717 das Haus Innere Weberstraße 20 im Stil des Hochbarock. Dieses sogenannte Grätzsche Haus besitzt eine der schönsten und reichsten Fassaden in der Zittauer Innenstadt.

 

Sein Erbbegräbnis befindet sich auf dem Friedhof der Kirche zum Hl. Kreuz. Erbbegräbnisse waren autonome Memorialbauten auf dem Gelände des Friedhofes, meist an dessen Mauer gelegen, die vor allem im Barock eine im höchsten Grade repräsentative Gestaltung erfahren konnten und noch nach dem Tode des Erbauers dessen Gedenken dienen sollte. Zu den Höhepunkten dieser in der Oberlausitz stark ausgeprägten Form der Memorialkultur zählen dieses um 1728 entstandene Grufthaus der Familie Grätz/Schreer sowie das Grufthaus Fink von 1730, beide auf dem Friedhof der Zittauer Kreuzkirche. Im ländlichen Raum entstand 1715 der Gruftbau der Familie Kanitz-Kyaw in Hainewalde, der ebenfalls zu den herausragenden Leistungen innerhalb dieser Gruppe von Kleinbauten zählt.

 

Das Grufthaus der Familie Grätz wurde über einem rechteckigen Grundriss errichtet und zeigt drei offene Bogenseiten. Den mittleren Bogen ziert das Wappen der Familie Grätz. Die Bögen werden von reich gestalteten schmiedeeisernen Toren geschlossen. Im Inneren finden sich heute zwei Grabmale für Heinrich Grätz und Johann Friedrich Schreer d.J., seinen Schwiegersohn, sowie Fragmente zweiter Statuen.

 

Die Broschüre kann für 7,00 EUR während der Öffnungszeiten im Museumsshop erworben oder unter museum@zittau.de bestellt werden. Bei Versand fallen Portokosten an.

 

Thorsten Pietschmann: Das Erbbegräbnis Grätz. Friedhof der Kreuzkirche Zittau

Cybela Verlag

ISBN: 978-3-944470-04-7

 

Quelle: Städtische Museen Zittau