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Lückendorfer Fichten gehen auf Reisen

Foto: Mario Heinke
Foto: Mario Heinke

 Diplomrestauratorin Katja Matauschek zeigt die Stelle, an der die Leinwand des Ölgemäldes „Junge Fichten im Schnee“ von Willy Müller-Lückendorf am Glas festklebt. Die Leinwand des Gemäldes ist nicht gespannt, sondern liegt flach im Rahmen. dadurch sind mehrere Dellen entstanden. „Mit hoher Luftfeuchtigkeit werde ich die Leinwand im Klimazelt langsam glätten und danach auf einen Spannrahmen befestigen. Zum Schutz bekommt das Bild eine Schutzscheibe aus entspiegeltem Museumsglas", erklärt die Restauratorin. Sie holte das Kunstwerk am Mittwoch im Museum ab. Die ehemalige Zittauerin wird das Bild bis Ende Februar in Dresden restaurieren.

 

Das zur Restaurierung nötige Geld hatte der Zittauer Kulturverein Ottokar e.V. bei einer Spendenaktion eingesammelt. Insgesamt gingen 14 Spenden von Privatpersonen und Unternehmen ein. So sind insgesamt 2600 Euro zusammengekommen. Dr. Peter Knüvener, Leiter der Städtischen Musseen Zittau erwarb das Ölgemälde 2019 von einem Privatmann aus Calau für das Museum. Es soll später das Zittauer Standesamt verschönern.

 

Der Oberlausitzer Maler Willy Müller ist in den Städtischen Museen Zittau kein Unbekannter, er lebte von1905 bis 1969. Die letzte Ausstellung mit seinen Werken liegt 15 Jahre zurück. 2005 widmete das Museum dem Künstler anlässlich seines 100. Geburtstages eine umfangreiche Personalausstellung. 96 Werke wurden damals aus ganz Deutschland und der Schweiz zusammengetragen. Müllers naturalistische und oft an die Dresdner Frühromantik erinnernde Malweise wurde zu DDR-Zeiten als Zeitflucht in die Romantik gewertet und fand deshalb keine staatliche Unterstützung. Seinem Malstil treubleibend, fanden Müllers Landschaftsbilder jedoch weiterhin bei vielen Menschen großen Anklang. Willy Müller besuchte die Volksschule Lückendorf , die Musterzeichner-Klasse an der Höheren Webschule in Zittau und studierte von 1925 bis 1927 an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Dresden. Seine ersten Ausstellungen hatte Willy Müller 1930 in Neusalza-Spremberg und 1932 in Zittau, weitere folgten in: Dresden, Leipzig, Berlin, Karlsruhe, Darmstadt, Frankfurt a.M. und im Haus der Kunst in München. (Quelle: www.willy-mueller-lueckendorf.de/Lebenslauf.htm)